Die Bayerische Staatsbibliothek (BSB) in München führt als eine der ersten Bibliotheken weltweit eine Softwarelösung zur digitalen Langzeitarchivierung nach dem Modell des „Open Archival Information System“ (OAIS) ein. Ziel ist es, digitalisierte Texte, Bilder, Tondokumente und Internetseiten bis hin zu Forschungsdaten dauerhaft und verlässlich zu speichern und verfügbar zu halten. Dazu hat die BSB eine Vereinbarung mit der Firma Ex Libris über die Lizenzierung und gemeinsame Weiterentwicklung der Archivierungssoftware Rosetta - Digital Preservation System geschlossen.
Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch betont: „Die Bayerische Staatsbibliothek bewahrt seit 450 Jahren wertvolles Kulturerbe und gehört heute zu den international größten und bedeutendsten Universalbibliotheken. Zugleich stellt sie sich mit innovativen Lösungsansätzen den Herausforderungen des digitalen Zeitalters. Dies zeugt von der Zukunfts- und Leistungsfähigkeit unseres Bibliothekswesens.“
Die Herausforderung der digitalen Langzeitarchivierung besteht nicht nur im Umgang mit den verschiedenen Datenformaten sowie in der begrenzten Haltbarkeit und im raschen Wandel der Speichermedien. Vielmehr müssen die Informationen auch langfristig nutzbar bleiben, also inhaltlich erschlossen, wiederauffindbar und richtig interpretierbar sein. Zudem ist ein elektronischer Workflow vom Einspeisen bis zum Abrufen der Daten nötig. Diese Anforderungen deckt das von der Bayerischen Staatsbibliothek ausgewählte System Rosetta ab. An dem Projekt beteiligt sind auch das Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, in dessen Speichersystemen die Daten abgelegt werden, sowie Hochschulpartner aus dem Bibliotheksverbund Bayern.
Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Pressemitteilung vom 16.11.2009



