Wissenschaftsminister Heubisch zu den aktuellen Studierendenprotesten: „Nehmen Proteste ernst" / Symposium mit Studierenden und Hochschulvertretern geplant
Anlässlich der Studierendenproteste in Österreich und Deutschland informierte Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch das Kabinett über die aktuelle Situation in Bayern. Heubisch betonte: „Wir nehmen die Proteste ernst. Ein Teil der Forderungen ist berechtigt. Insbesondere bei der Umsetzung der Bologna-Reform sind die Hochschulleitungen mit ihren Hochschulen im eigenen Verantwortungsbereich noch ganz erheblich gefordert!" Wichtig seien eine großzügigere gegenseitige Anerkennungspraxis von Leistungen, eine vernünftige Steuerung der Prüfungsbelastung der Studierenden und eine nochmalige Überprüfung der Stofffülle. Heubisch: „Der Inhalt eines achtsemestrigen Diplom-Studiengangs darf nicht eins zu eins in einen sechssemestrigen Bachelor-Studiengang übertragen werden. Vielmehr muss es darum gehen, durch exemplarisches Lernen Kompetenzen zu entwickeln. Hier müssen die Hochschulen noch aktiver werden. CSU und FDP haben bereits in der Koalitionsvereinbarung im Oktober 2008 beschlossen, die bisherigen Erfahrungen mit Bologna auszuwerten und wo erforderlich für Verbesserungen zu sorgen. Diese Verpflichtung nehmen wir sehr ernst." Heubisch kündigte an, dass es über die bisherigen Gespräche hinaus Anfang des kommenden Jahres ein Symposium mit Studierenden- und Hochschulvertretern geben wird, auf dem die aktuellen Herausforderungen in Lehre und Studium diskutiert und konkrete Verbesserungsvorschläge erarbeitet würden.
Den ebenfalls von den Studierenden erhobenen Forderungen, die Hochschulreform von 2006 rückgängig zu machen und den Eigenbeitrag der Studierenden zur Verbesserung der Studienbedingungen abzuschaffen, erteilte Heubisch eine Absage. Die Wahl des Präsidenten durch die Hochschulräte und deren hälftige externe Besetzung seien Kernelement dieser Reform mit dem Ziel, die Hochschulleitungen zur kraftvollen Vertretung des Gesamtinteresses der Einrichtungen zu befähigen und sie von den Partikularinteressen einzelner Untergruppierungen unabhängig zu machen. „Daran werden wir festhalten. Die Erfolge der bayerischen Hochschulen in der Exzellenzinitiative zeigen uns, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind", so Heubisch weiter.
Quelle: www.bayern.de, Meldung vom 17.11.2009



