Bericht des Wissenschaftsministers zur Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre / Heubisch: „Frauen sind auch in der Wissenschaft auf dem Vormarsch / Gleichwohl besteht noch Handlungsbedarf" / Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen an Hochschulen geplant

„Frauen sind auch in der Wissenschaft auf dem Vormarsch!" Das betonte Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch in seinem Bericht zur Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre. Heubisch hob hervor, dass der Frauenanteil bei Neuberufungen an Universitäten in Bayern von 13,4 Prozent im Studienjahr 2005/2006 auf 23 Prozent im Studienjahr 2008/2009 gestiegen ist. Bei den Neuberufungen an Fachhochschulen stieg der Frauenanteil im gleichen Zeitraum von 19 auf 27,3 Prozent. Mittlerweile, so Heubisch, werden mehr als 40 Prozent der Promotionen und mehr als 20 Prozent der Habilitationen von Frauen angefertigt. Gleichwohl bestehe bei einem Professorinnenanteil von 14,7 Prozent im Jahr 2008 noch erheblicher Handlungsbedarf. Heubisch: „Die positive Entwicklung gerade bei den Neuberufungen ist erfreulich und muss unbedingt fortgesetzt werden. Deshalb fördern wir den weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchs mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket wie Habilitationsstipendien, Qualifizierungsstipendien an den Kunsthochschulen und zusätzliche Maßnahmen zur Erhöhung des Frauenanteils in technischen und naturwissenschaftlichen Studiengängen. Für die Förderung von Frauen in Forschung und Lehre stellen wir im nächsten Jahr drei Millionen Euro bereit, das sind 20 Prozent mehr als 2009." Um Frauen für den erfolgversprechenden MINT-Bereich zu motivieren, vergibt das Wissenschaftsministerium jährlich fünf Preise für hervorragende Diplom- oder Promotionsarbeiten von Ingenieurwissenschaftlerinnen. Darüber hinaus prämiert das Wissenschaftsministerium jährlich das überzeugendste Gleichstellungskonzept einer Hochschule mit 25.000 Euro. In den mit den Hochschulen geschlossenen Zielvereinbarungen ist der Gleichstellungsauftrag ebenfalls fest verankert. Heubisch: „Mit diesen Maßnahmen setzen wir auf eine nachhaltige Sensibilisierung für die Gleichstellung von Frauen in Forschung und Lehre."
Wissenschaftsminister Heubisch betonte, dass eine familienfreundliche Gestaltung der Hochschulen ein wichtiger Baustein zur Erhöhung des Frauenanteils in Forschung und Lehre ist. Erforderlich seien vor allem ausreichende Kinderbetreuungsmöglichkeiten, die die Besonderheiten des Hochschulbetriebs berücksichtigen - sowohl für Studierende als auch für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Heubisch: „Wir wollen die Kinderbetreuungsangebote deutlich ausbauen. Hier sind wir auf einem guten Weg." So unterstützt der Freistaat die Studentenwerke, ihr Betreuungsangebot für die Kinder von Studierenden konsequent weiter auszubauen. In den nächsten Jahren sollen rund 250 neue Plätze entstehen. Der Minister wies darauf hin, dass bereits das geltende Recht eine Reihe von Maßnahmen vorsieht, die Studierenden mit Kind den Studienalltag erleichtern. Dazu zählen laut Heubisch die Möglichkeit der Beurlaubung bis zu sechs Semester bei gleichzeitiger Teilnahme an Seminaren und Praktika („Individuelles Teilzeitstudium"), die Verlängerung von Prüfungsfristen und der Wegfall der Studienbeiträge. Die Hochschulen bieten zudem in Kooperation mit Trägern von Kinderbetreuungseinrichtungen Betreuungsplätze für die Kinder von Hochschulbeschäftigten an.

Quelle: Landesportal Bayern, 17.11.2009