Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch betonte heute in München: „Die von den Studierenden geforderten Verbesserungen bei der Umsetzung des Bologna-Prozesses sind in die Wege geleitet. Bereits im Sommer habe ich mit den bayerischen Hochschulen vereinbart, dass wir die Bachelor- und Masterstudiengänge nachbessern. Wir wollen weniger Prüfungen und eine vernünftige Modularisierung des Studiums. Auch die Stofffülle muss weiter reduziert werden. Es darf nicht der Inhalt eines achtsemestrigen Diplom- in einen sechssemestrigen Bachelor-Studiengang übertragen werden. Vielmehr geht es darum, mit exemplarischem Lernen Kompetenzen zu entwickeln. Außerdem müssen wir die vorhandenen Spielräume, etwa bei den Regelstudienzeiten im Bachelor-Studiengang an den Universitäten, noch stärker nutzen und die gegenseitige Anerkennungspraxis von Leistungen an den Hochschulen verbessern.“
Er gehe davon aus, dass erste Maßnahmen bereits im Sommersemester 2010 greifen werden. In diesem Zusammenhang warnte Heubisch vor überzogenen Erwartungen: „Ich kann gut verstehen, dass die Studierenden sich durch die Proteste noch schnellere Verbesserungen erhoffen. Aber die sorgfältige Anpassung der Studiengänge wird Zeit brauchen, das geht nicht von heute auf morgen. Etwas anderes zu versprechen, wäre unredlich.“ Heubisch lud die Studierenden zu konstruktiver Mitarbeit ein: „Am 5. Februar 2010 werden wir gemeinsam mit Studierenden und Hochschulvertretern ein Symposium zur „Gute Lehre im Zeichen von Bologna“ veranstalten. „
Obwohl die Betreuungsrelation in Bayern im Bundesvergleich gut sei, sieht Heubisch hier insbesondere bei den Universitäten weiteres Verbesserungspotential. Er warb um
Verständnis, dass angesichts der Finanzkrise und rückläufiger Steuereinnahmen hierfür nicht sofort zusätzliche Mittel bereitgestellt werden könnten. Zumal der Freistaat mit dem
Innovationsbündnis und den Maßnahmen zum Hochschulausbau gerade erst ein milliardenschweres Investitionsprogramm für die Hochschulen auf den Weg gebracht habe.
Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Pressemitteilung vom 26.11.2009



