Die Staatsregierung will den Weg zu einem angestrebten Universitätsklinikum in Augsburg weiterhin nach Kräften unterstützen. Der Ministerrat hat als wichtigen Schritt ein Zentrum für Umweltmedizin und Gesundheitsforschung am Klinikum Augsburg beschlossen. „Das ist der Startschuss für eine wissenschaftliche Aufwertung des Klinikums Augsburg und der Region. Zudem eröffnet dieser Schritt die Entwicklungsmöglichkeit hin zu einem Universitätsklinikum. Uns allen ist klar, dass der weitere Weg schwierig und langwierig ist, aber wir sind entschlossen, ihn aktiv zu begleiten", betonte Ministerpräsident Horst Seehofer. Grundlage für die Entscheidung war der Bericht einer Mitte des vergangenen Jahres eingesetzten Expertenkommission, die die wissenschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten für das Klinikum Augsburg bis hin zu einem Universitätsklinikum geprüft hatte. „Wir greifen den Vorschlag der Kommission auf, vier neue Lehrstühle in den Bereichen Umweltmedizin, Epidemiologie, Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung sowie Gesundheitsökonomie einzurichten und in einem Zentrum für Umweltmedizin und Gesundheitsforschung am Klinikum Augsburg zu bündeln", erläuterte Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch.
Der Kommissionsbericht zeigt zudem, dass die finanziellen Probleme des Klinikums Augsburg durch eine Umwandlung in ein Universitätsklinikum nicht gelöst werden könnten. Vor einer endgültigen Entscheidung über die Errichtung eines Universitätsklinikums sei zunächst der Träger des Klinikums Augsburg gefordert, den Betrieb des Klinikums wirtschaftlich zu konsolidieren. Erst auf dieser Grundlage mache die Klärung der finanziellen Fragen sowie die bei einer solch grundlegenden wissenschaftspolitischen Weichenstellung unverzichtbare Beteiligung des Wissenschaftsrats Sinn. Entscheidend sei, dass mit der jetzt angestrebten Lösung alle Optionen für künftige Entwicklungen offen gehalten werden.
Das Wissenschaftsministerium wurde beauftragt, mit dem Klinikum Augsburg sowie den benachbarten Universitäten über ein Konzept für die Einrichtung des Zentrums zu beraten. Dabei könnte beispielsweise der Lehrstuhl für Gesundheitsökonomie an die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Augsburg, die medizinischen Lehrstühle an die medizinischen Fakultäten der benachbarten Universitäten in München angebunden werden. „Wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen, kann hier rasch ein starker Forschungsverbund entstehen. Das ist die Grundlage, um am Klinikum Augsburg auf universitärem Niveau wissenschaftliche Kompetenz in der Medizin aufzubauen und wissenschaftlichen Nachwuchs auszubilden", so Heubisch. Das Kabinett will über das zu erarbeitende Konzept noch im Herbst dieses Jahres im Zusammenhang mit der Aufstellung des Doppelhaushalts 2011/2012 beraten.
Quelle: Landesportal Bayern, 02.03.2010



